Inhaliergerät – damit das Atmen wieder leichter fällt

Häufig ist es leichter gesagt als getan, einmal tief durchzuatmen. Vor allem in der nasskalten Zeit und im Winter, wenn Erkältung und Grippe schon fast an der Tagesordnung sind. Seit jeher stellt das Inhalieren eines der effektivsten Hausmittel dar. Während Oma zu ihren Zeiten das heiße Dampfbad nutzte, bei dem Verbrühungsgefahr herrschte, so gibt es heute moderne Inhalatoren, die Sicherheit bieten und eine effektive Therapie kombiniert mit Komfort.

Was ist ein Inhalator?

Gegenüber anderen Behandlungsformen hat sich der Inhalator durchgesetzt und häufig ist eine Behandlung mit Tabletten oder Nasenspray nicht notwendig. Das ist nicht nur in Bezug auf Atemwegserkrankungen der Fall, sondern selbst bei Stoffwechselerkrankungen ist ein Inhalator hilfreich. Der Wirkstoff gelangt bei der Verwendung von einem Inhalatorgerät direkt an die Stelle, wo er wirken soll. Säfte und Tabletten hingegen gelangen zuerst in den Magen-Darmtrakt, wo sie dann verarbeitet, um letztendlich in die Blutbahn zu gelangen. Die Behandlung mit einem Inhalator ist für viele Menschen und Kinder angenehmer, da die Belastung des Körpers geringer ist. Wird ein Inhalator eingesetzt, dann wird nur eine geringe Menge an Medikamentenlösung benötigt, um eine direkte Wirkung zu erzielen. Da Inhalatoren mit lungengängigen Partikeln arbeiten, sind sie effizienter als Oma’s klassisches Dampfbad. Die Partikel sind feiner und können somit besser in die Lunge eindringen.

Wann kommt ein Inhalator zum Einsatz?

Krankheiten wie Asthma, Bronchitis, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und andere Atemwegserkrankungen können mit einem Inhalator behandelt werden. Der Inhalator wird dazu verwendet, die Aerosole oder pulverförmigen Medikamente zu vernebeln, damit die Wirkstoffe in die Bronchien oder die Lungenbläschen gelangen. Damit die Medikamente tatsächlich an den gewünschten Ort gelangen, ist die Partikelgröße entscheidend. Sind die Partikel zu groß, ist es ihnen nicht möglich, in die Bronchien zu gelangen, und zu kleine Partikel gelangen zwar in die Lunge, aber werden direkt wieder ausgeatmet. Die modernen Inhalatoren verwenden Ultraschall oder einen Kompressor, um die Inhalationslösung zu vernebeln. Seit etlichen Jahren kommen die Inhalatoren bei Ärzten zum Einsatz und sind mittlerweile auch für den privaten Gebrauch erhältlich. Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Inhalator ist einfach anzuwenden und somit auch für Kinder geeignet – viele Modelle enthalten ein umfangreiches Zubehör an verschieden großen Masken.
  • Inhalatoren die Medikamente vernebeln (per Druckluft, Ultraschall- oder Schallmembrantechnologie) werden auch als Vernebler bezeichnet. Hier handelt es sich um elektrische Inhalatoren, die bspw. bei Asthma eingesetzt werden, sich jedoch auch für klassische Erkältungskrankheiten eignen.
  • Es wird zwischen zwei Typen unterschieden: Hand- und Tischmodelle. Während die Handmodelle leicht und leise sind, sind die Tischgeräte durch den Kompressor oft sehr laut.

Welche Inhalatoren werden im Handel angeboten?

In Hinsicht auf die Betriebsart und Technologie zeigen sich Unterschiede bei den Inhalatoren:
Ultraschallzerstäuber Dabei handelt es sich um die moderne Form der mobilen Inhalatoren. Die elektrische Schwingung wird über eine Membran in eine mechanische umgewandelt, die auf die Flüssigkeit im Behälter übertragen wird. Ausgegeben wird hier ein sehr feiner Sprühnebel, der sogar beeinflussbar ist im Vergleich zu anderen Modellen.   Hier sind die Größe der Partikel und die Tröpfchenbildung sehr klein. Somit setzt die Wirkung schnell ein und Mund, Nase und Rachenraum werden befeuchtet. Je höher die Frequenz ist, desto feiner ist die Tröpfchenbildung.
Düsenvernebler Die verneble trennen die Flüssigkeitstropfen von den flüssigen Arzneipartikeln. Dadurch entsteht Aerosol, welches über das Mundstück bzw. die Gesichtsmaske eingeatmet wird.   Durch Druck oder einen starken Luftstrom sorgt dieses Modell für die Tröpfchenbildung. Auch hier kann die Größe der Tröpfchen verändert werden, um die Wirkung entsprechend zu beschleunigen bzw. intensivieren.
Druckgas- oder Dosier-Inhalator Diesen Inhalator-Typ gibt es bereits über eine längere Zeit. Hier wird eine flüssige Medikamentenlösung oder Emulsion durch Druck als Aerosol freigesetzt, welches über das Mundstück eingeatmet wird.   In der Dosierkammer wird die Patrone mit der Lösung eingesetzt und über ein Ventil ausgegeben. Die Größe der Partikel liegt zwischen 1 bis 5 µm, wodurch die Partikel tief in die Lunge eindringen können. Die Partikelgröße kann über die Oberflächenspannung der Inhalationslösung und die Ventilgröße beeinflusst werden.
Druckluftinhalator (Tischgerät) Die Tischgeräte sind größer und etwas klobiger, doch in der Anwendung etwas vielseitiger. Über einen Schlauch wird die Inhalationslösung mit dem Mundstück oder der Gesichtsmaske aufgenommen.   Der Kompressor erzeugt Luft, die in die Düse des Verneblers geblasen wird und sich dort mit der Medikamentenlösung vermischt. Hier kann eine Kondensationsbildung nicht immer vermieden werden.

Worauf achten beim Kauf eines Inhalators?

Nur dann wenn die Atemwege von Schleim betroffen sind oder bei einer Atemwegserkrankung wie bspw. Bronchitis sollte ein Inhalationsgerät verwendet werden. Es gibt zudem Geräte die dabei behilflich sind, den Selbstreinigungs-Mechanismus der Lunge bzw. des Atemtrakts zu verbessern. Um ein passendes und effektives Gerät zu finden, gilt es, sich an folgende Kriterien zu orientieren:
  • Gewicht:
Das Gewicht eines Inhalators kann zwischen wenige hundert Gramm und bis über ein Kilogramm reichen. Handgeräte sind eher leichter, während die Tischgeräte schwerer sind, aber dafür einen festen Stand aufweisen.
  • Füllvolumen:
Je nach Gerät variiert das Füllvolumen. Die meisten der Geräte weisen ein Volumen von mindestens 2 ml auf, während das maximale Füllvolumen zumeist zwischen 7 und 10 ml je nach Gerät beträgt.
  • Eignung für Kinder:
Auch für Kinder eignen sich die Inhalatoren. Wichtig ist nur, dass Kinder richtig inhalieren. Selbst bei einem Säugling kann die Inhalation angewendet werden, wobei die Dosis entsprechend zu reduzieren ist. Zudem sollte vorab diese Behandlung mit dem Arzt besprochen werden.
  • Betriebsart:
Die Inhalationsgeräte werden entweder per Batterie bzw. Akku betrieben oder direkt über das Netzkabel. Letztere eignen sich eher für den stationären Gebrauch, da diese von einer Stromquelle abhängig sind.

Die Geschichte des Inhalators

Den Menschen ist die Wirksamkeit der Inhalation bereits seit der Antike bekannt. Der griechische Arzt Hippokrates verschrieb bei Atemwegsbeschwerden Kräuterlösungen, die in heißem Wasser aufgelöst und eingeatmet werden sollten. Im alten Ägypten diente Bilsenkraut für die Inhalation. Daneben dient das Einatmen von ätherischen Ölen oder Kräutern nicht nur der Heilung, sondern ebenfalls der Entspannung. Der Opiumgenuss steht eng in Verbindung mit der Geschichte der Inhalation. Bereits im 18. Jahrhundert wurde ein Zinngefäß entwickelt, um es zu ermöglichen, das Mittel zu inhalieren. Später folgten dann die Inhalatoren die Wasserdampf erzeugten. 1955 wurde der erste handbetriebene Pulverinhalator erfunden. Dieser wurde mit einem Treibmittel betrieben und mit der Zeit immer weiterentwickelt. Dieser Inhalator ermöglichte einen kraftvollen Sprühstoss, mit einer genau dosierten Medikamentenmenge. 1960 folgte der elektrische verneble mit Aerosol-Ausstoß.